Frustfreie Verpackung
Frustfreie Verpackung
Frustfreie Verpackung bezeichnet ein von Amazon eingeführtes Verpackungskonzept aus nachhaltigen Materialien, das sich leicht öffnen lässt und material- sowie entsorgungsbezogen optimiert ist. Bei geeigneter Sortierung sind die Verpackungen recycelbar; so soll Verpackungsmüll reduziert werden. Amazon-Gründer Jeff Bezos rief das Programm bereits 2008 ins Leben und entwickelte dafür eine Zertifizierung mit mehreren Zertifizierungsstufen.
Was ist eine frustfreie Verpackung?
Amazon-Gründer Jeff Bezos hat erkannt, wie frustrierend Verpackungen für die Kunden sein können, wenn sie nur schwer zu öffnen sind und vorrangig aus Plastik bestehen. Er entwickelte 2008 als Antwort darauf die frustfreie Verpackung, die für weniger Frust bei den Kunden sorgen soll. Für die frustfreie Verpackung legte er Richtlinien fest. Er verfolgt damit mehrere Ziele:
- weniger Ärger bei den Kunden durch leicht zu öffnende Verpackungen
- verbessertes Kundenerlebnis bereits beim Auspacken der Ware
- sparsamerer Umgang mit den Ressourcen
- Reduzierung von Verpackungsmüll
- Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz mit weniger Plastik und Abfall
- Kosten sparen
Die frustfreie Verpackung wird englisch als Frustration Free Packaging, abgekürzt FFP, bezeichnet. Verschiedene Kartons für Versanddienste erfüllen die Anforderungen an frustfreie Verpackungen, darunter die Amazon Prime Kartons, die in verschiedenen Größen erhältlich sind. Sie sind als einwellige Kartons, zweiwellige Kartons und auch als Großbriefkartons verfügbar.
Amazon ist es gelungen, das Verpackungsgewicht von Warensendungen mit frustfreien Verpackungen um bis zu 36 Prozent zu reduzieren. Pro Sendung konnte das Verpackungsaufkommen seit 2015 im Schnitt um 43 Prozent reduziert werden. Händler und andere Unternehmen, die über Amazon ihre Waren anbieten, können ihre Verpackungen für FFP zertifizieren lassen. Die frustfreie Verpackung ist bei Amazon nicht für alle, sondern nur für spezielle Artikel anzutreffen.
Anforderungen an frustfreie Verpackungen
Für die Zertifizierung von frustfreien Verpackungen werden drei Stufen unterschieden. Die erste Stufe ist Frustration Free Packaging (FFP), die eigentliche frustfreie Verpackung. Sie muss einige Anforderungen erfüllen:
- Art und Aufbau: Gepolsterte Versandtaschen können ebenso verwendet werden wie stabile Umschläge, beispielsweise Versandtaschen aus Vollpappe. Sechsseitige Kartons aus Wellpappe gelten als ideale Versandlösung. Nicht verwendet werden dürfen Polypacks. Um als frustfreie Verpackung zertifiziert zu werden, muss die Verpackung die ISTA 6-Amazon.com (SIOC) Testmethode durchlaufen.
- Größe: Die frustfreie Verpackung muss mindestens eine Länge von 228,6 Millimetern, eine Breite von 152,4 Millimetern und eine Höhe von 9,5 Millimetern haben. Kleinere Verpackungen benötigen einen Umkarton. In solchen Fällen ist höchstens eine Zertifizierung für Stufe 3 möglich.
- Leicht zu öffnen: Die Verpackung muss sich leicht öffnen lassen, sodass der Inhalt in weniger als zwei Minuten entnommen werden kann. Zum Öffnen dürfen eine Schere oder ein Messer benutzt werden, sie sollten aber nur minimal als Hilfsmittel dienen.
- Versiegelung: Um den Schutz der Ware bis zum Eintreffen beim Endkunden zu gewährleisten, sind offene Kanten mit Klebeband zu sichern. Für die Verpackung übergroßer Artikel dürfen nichtmetallische Bänder oder Riemen genutzt werden.
- Nachhaltigkeit: Die für die Verpackung verwendeten Materialien müssen in der Regel bei geeigneter Sortierung recycelbar sein. Als Materialien eignen sich Papier, Wellpappe oder Kunststoffkomponenten mit SPI-Codes 1 als PET, 2 als HDPE oder 5 als PP. Nicht erlaubt sind geschreddertes Papier, Luftpolsterfolie, Verpackungschips, Blisterpackungen aus Plastik und Papier sowie Kunststoffeinsätze.
Stufen im Zertifizierungsprogramm
Das Zertifizierungsprogramm für frustfreie Verpackungen unterteilt sich in drei Stufen. Stufe 1, FFP, ist die höchste und beste Zertifizierung, die Händler für ihre Verpackung erreichen können; ihre Merkmale wurden zuvor bereits beschrieben.
| Stufe | Kürzel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Stufe 1 / Tier 1 | FFP | Frustration Free Packaging |
| Stufe 2 / Tier 2 | SIOC | Ships in Own Container |
| Stufe 3 / Tier 3 | PFP | Prep-Free Packaging |
Allen drei Stufen ist gemeinsam, dass sie die Waren über den gesamten Lieferweg bis hin zur Haustür des Kunden vor Beschädigungen schützen müssen. Die ersten beiden Stufen, FFP und SIOC, erfordern keine Vorbereitung mehr von Amazon. Stufe 3, PFP, benötigt ebenfalls keine Vorbereitung von Amazon, doch ist ein Umkarton von Amazon erforderlich. Auf einen solchen Umkarton kann bei den ersten beiden Stufen verzichtet werden. Bei den ersten beiden Stufen können die Pakete direkt nach der Ankunft bei Amazon an die Kunden verschickt werden.
Anforderungen an Ships in Container (SIOC)
Ships in Container (SIOC) ist Versand in Originalverpackung und wird auch als ECR-Programm (e-Commerce ready Packaging) bezeichnet. Händler entwerfen eigene Verpackungen, die sich für e-Commerce eignen und direkt an die Kunden verschickt werden. Für den Transport sind die Pakete ausreichend gesichert. Auch diese Verpackungen müssen einen Test durchlaufen, der einen typischen Versandprozess nachstellt. Die Anforderungen sind weniger streng als bei FFP: Die vom Händler erstellte Verpackung genügt als Sicherung für das Produkt, sodass Amazon keinen Umkarton verwenden muss, und die Verpackung muss mindestens 203,2 Millimeter lang, 119,9 Millimeter breit und 9,5 Millimeter hoch sein.
Prep-Free Packaging als dritte Zertifizierungsstufe
Die dritte Zertifizierungsstufe Prep-Free Packaging trifft für Artikel mit einer geringen Größe zu, die so klein sind, dass sie in der Originalverpackung nicht an den Kunden verschickt werden können. Die Händler verpacken die Produkte in eigene Kartons, die sich für den Versand eignen. Für den Versand sind die Pakete angemessen gesichert. Zur Sicherung des Inhalts sind keine Vorbereitungen erforderlich. Amazon muss vor dem Versand an den Endkunden die Ware in einem Umkarton verpacken.
Unterschiede zur Standardverpackung
Häufig werden kleine Elektronikartikel wie Speicherkarten oder USB-Sticks in Blisterverpackungen angeboten, die nur schwer zugänglich sind und einen Materialverbund aus Papier und Plastik darstellen.
Das Recycling dieser Verpackungen ist nicht immer möglich. Bei Rücksendungen ist die Verpackung häufig beschädigt und nicht mehr für den Rückversand verwendbar.
Verpackung aus Pappe oder Papier, die auch für größere Artikel geeignet ist. USB-Sticks oder Speicherkarten können in Umschlägen oder Kartons verschickt werden, die sich an einer Seite aufreißen lassen.
Kunden, die einen Artikel zurückschicken möchten, können den Karton oder Umschlag dazu verwenden.
Passende Produkte: Zertifizierte Amazon Prime Kartons und frustfreie Versandlösungen finden Sie in verschiedenen Größen direkt im Shop.