Nachhaltige Verpackung: Darauf kommt es an
Nachhaltige Verpackung: Darauf kommt es an
Angesichts des Klimawandels, der zunehmenden Umweltbelastung und der Verknappung der natürlichen Ressourcen spielen nachvollziehbare Umweltinformationen bei Verpackungen eine immer wichtigere Rolle. Das betrifft nicht nur Lebensmittel und andere Produkte, bei denen die Verpackung reduziert und zunehmend auf Plastik verzichtet wird. Auch bei Verpackungen für den Versand sind Materialwahl, Verwertungsweg und Packmaße relevant. Kartons aus Wellpappe können je nach Produktaufbau Anteile aus recyceltem Material enthalten und bei geeigneter Sortierung verwertet werden. Auch beim Füll- und Polstermaterial sowie beim Klebeband sind Materialangaben und Entsorgungswege von Bedeutung. Einfluss auf die Transportwirkung hat auch die Größe der Verpackung, da sich Gewicht und Volumen auf den Versand auswirken.
Karton in der geeigneten Größe wählen
Eine geeignete Verpackung beginnt bei der Wahl des Kartons in der passenden Größe. Um Füll- und Polstermaterial sowie Platz im Transportfahrzeug zu sparen, sollte der Karton nur geringfügig größer als die zu versendende Ware sein. Die Ware sollte sich jedoch bequem ein- und auspacken lassen. Der Karton sollte an jeder Seite der Ware über einen Spielraum von ungefähr 5 Millimetern verfügen. Kartons mit Höhenriller können in der Höhe an die Höhe der Ware angepasst werden. Mit kleineren Kartons wird auch bei der Herstellung Wellpappe gespart.
Auch die Art der Wellpappe wirkt sich auf Materialeinsatz und Schutzwirkung aus. Kartons aus zweiwelliger Wellpappe sind stabiler, haben eine höhere Tragkraft und bieten einen hervorragenden Schutz. Sie sollten jedoch nur für schwerere und empfindlichere Produkte verwendet werden. Für leichte und weniger empfindliche Versandgüter reichen einwellige Kartons aus, für deren Herstellung weniger Papier benötigt wird.
Der Karton-Finder hilft bei der Wahl des geeigneten Kartons, je nach Größe des Versandguts. Kleinere Versandgüter können in Großbriefkartons oder Maxibriefkartons verschickt werden. Nicht immer muss es ein Karton sein, denn für flache und nicht zerbrechliche Waren eignen sich auch Versandtaschen. Sie sind kostengünstig, beanspruchen wenig Platz und können je nach Ausführung eine geeignete Option sein.
Verpackungen mit nachvollziehbarem Materialeinsatz
In Deutschland ist der Verbrauch an Papier und an Verpackungsmaterial außerordentlich hoch. Für deren Herstellung werden riesige Mengen an Energie und Wasser benötigt. Nicht zu vergessen sind die CO2-Emissionen beim Transport der Materialien und bei der Herstellung. Kartonagen aus gebleichtem Papier stellen durch das Bleichmittel eine Belastung für die Umwelt dar.
Eine mögliche Option sind Verpackungen aus Graspapier. Sie bestehen zu Anteilen aus Grasfasern. Kartons aus Wellpappe können Anteile aus recyceltem Material enthalten. Zusätzlich werden für die Herstellung Frischfasern benötigt, um eine bessere Stabilität zu erhalten. Frischfasern sollten aus zertifizierter Forstwirtschaft stammen. Sie können auch von Holzabfällen gewonnen werden.
Eine weitere Option ist Klebeband, das aus verwertbarem Material besteht und einen entsprechend ausgewiesenen Klebstoff verwendet. Beim Füll- und Polstermaterial gibt es verschiedene geeignete Lösungen, darunter:
- Luftpolsterfolie aus Recycling-Material
- Polsterpapier aus Altpapier
- SizzlePak, das bei geeigneter Sortierung verwertet werden kann, mit Farben auf Wasserbasis
- Verpackungschips auf Basis von Stärke oder aus recyceltem Kunststoff
- Schrenzpapier, das aus Altpapier besteht
Auch wenn Materialeinsatz reduziert werden soll, sollte am Füll- und Polstermaterial nicht gespart werden, damit das Versandgut bestmöglich geschützt ist. Das gilt auch für das Klebeband. Der Karton sollte mittig und zusätzlich an den Seiten mit Klebeband verschlossen werden, damit er sich beim Transport nicht öffnet.
Umweltsiegel für Einordnung von Verpackungen
Wer nach einer Verpackung für den Versand sucht, kann Produkte wählen, die über ein Umweltsiegel verfügen. Die wichtigsten Umweltsiegel sind der Blaue Engel und das FSC-Siegel. Darüber hinaus gibt es noch verschiedene weitere Umweltsiegel.
Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung. Damit ein Produkt den Blauen Engel erhalten kann, muss es verschiedene Standards erfüllen. Je nach Produktkategorie sind konkrete Kriterien festgelegt. Dazu gehören unter anderem Anforderungen an Material und Herstellprozess. Die Energie für die Herstellung sollte aus erneuerbaren Energieträgern kommen. Zusätzlich spielt die Schadstoffreduzierung eine wichtige Rolle.
Das FSC-Siegel steht für Materialien aus zertifizierter Forstwirtschaft. Frischfasern für die Papierherstellung sollten aus zertifizierter Forstwirtschaft stammen. Kartons, aber auch Versandtaschen können über ein solches Siegel verfügen.
Kartons mehrmals verwenden
Durch Mehrfachnutzung können Kartons erneut verwendet werden. Das spart Kosten und kann Ressourcen schonen. Nicht immer sollten jedoch Kartons mehrmals genutzt werden. Das gilt für Gefahrgutkartons, mit denen gefährliche Güter verschickt wurden. Andere Kartons können mehrmals verwendet werden, doch sollten sie gründlich auf Beschädigungen kontrolliert werden, damit es nicht zu Transportschäden an den Waren kommt.
Ist ein Karton für den Versand nicht mehr geeignet, muss er nicht immer entsorgt werden. Er kann mitunter noch für die Lagerung von Produkten im Unternehmen genutzt werden. Kann der Karton nicht mehr genutzt werden, da er stark beschädigt ist, kann er dem Recycling zugeführt werden.
Versand mit ausgewiesenen Klimaprogrammen
Neben der Verpackung kommt es auch auf den Versandprozess an. DHL bietet für Unternehmen die Services GoGreen und GoGreen Plus an. Laut Anbieter werden Emissionen bilanziert und Maßnahmen zur Reduktion und zum Ausgleich umgesetzt. Auch andere Versanddienste bieten entsprechende Programme an. Unternehmen sollten die jeweils veröffentlichten Angaben zu Scope, Methode und Nachweisen prüfen und transparent kommunizieren.


