Plastikfreie Verpackung
Plastikfreie Verpackung
Verpacken mit wenig oder ohne Kunststoff: Damit Waren unversehrt ankommen, bleibt die passende Verpackung unverzichtbar. Qualität und Belastbarkeit der Verpackung spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit wachsendem Interesse an transparenten Material- und Entsorgungsinformationen steigen auch die Anforderungen an die Auswahl der Verpackungsmaterialien.
Umfragen zeigen, dass Kunden verstaerkt auf Verpackungen mit transparenten Material- und Entsorgungsinformationen achten. Verpackungen mit wenig oder ohne Kunststoff in den Hauptbestandteilen gewinnen dabei an Bedeutung. Firmen sollten diesbezüglich umdenken, um keine Nachteile hinsichtlich Kundenvertrauen und Kundenbindung hinnehmen zu müssen.
Umweltbilanz
Eine Verpackung kann nicht pauschal als material- und entsorgungsbezogen optimiert bezeichnet werden. Verschiedene Einflussfaktoren im Hinblick auf Nachhaltigkeit muessen gemeinsam betrachtet werden. Holzbasierte Verpackungen koennen je nach Herkunft, Gewicht, Transportdistanz, Nutzung und Verwertungsweg Umweltvorteile aufweisen. Eine pauschal "beste" Umweltbilanz laesst sich nicht festlegen. Bei Kunststoffen unterscheiden sich Umweltwirkungen je nach Rohstoffbasis, Herstellprozess, Nutzungsdauer und Entsorgungsweg. Risiken wie Littering und Mikroplastik entstehen vor allem dann, wenn Materialien nicht im vorgesehenen Kreislauf erfasst werden.
Nach welchen Kriterien lassen sich Verpackungen bewerten?
Es lässt sich nicht pauschal festlegen, wann Verpackungen insgesamt vorteilhaft sind. Häufig können nicht alle Nachhaltigkeits-Parameter greifen. So dienen Mehrwegflaschen zwar der Schonung von Ressourcen, dem gegenüberstehen aber die oft sehr langen Transportwege. Kartonagen aus Pappe koennen in der Regel gut recycelt werden, sofern sie unbeschichtet, sauber und im regionalen Altpapiersystem erfassbar sind. Werden Kartons jedoch beschichtet, lassen sie sich häufig nicht mehr entsprechend verwerten. Das Thema Nachhaltigkeit ist besonders im Verpackungsbereich umfangreich und komplex. Genaue Kriterien lassen sich nicht festlegen. Folgende Faktoren nehmen Einfluss auf die Nachhaltigkeit einer Verpackung:
- Einsparung von Materialien und Energie
- nachwachsende Rohstoffe
- kompostierbare Materialien
- Verwendung von Rezyklaten
- Ersatz von Kunststoff durch alternative Materialien
- Erhöhung der Recyclingfähigkeit
Mit wenig oder ohne Kunststoff verpacken
Wie Waren verpackt werden, beeinflusst in hohem Maße die Umwelt. Der Fokus liegt zunehmend auf Verpackungsoptionen mit nachvollziehbaren Material- und Entsorgungseigenschaften. Das wachsende Umweltbewusstsein der Verbraucher verleiht dem Umweltgedanken Präsenz. Das Verzichten auf Plastik im Verpackungs-Sektor besitzt bereits für viele Unternehmen Priorität. Um sich das Vertrauen der Kunden zu sichern und damit die Kundenbindung zu fördern, steigt die Bedeutung von Verpackungen mit klaren Angaben zu Materialeinsatz, Recyclingfaehigkeit und Entsorgungsweg.
Alternativen zu Kunststoffverpackungen
Verpacken mit wenig oder ohne Kunststoff ist je nach Produkt moeglich. Dafuer kommen unterschiedliche Materialien in Frage, zum Beispiel papierbasierte Loesungen mit guter Recyclingfaehigkeit.
Papier und Karton
Papier und Karton werden aus Holz gewonnen. Holzbasierte Verpackungen können je nach Herkunft, Zertifizierung, Materialeinsatz, Transportdistanz und Verwertungsweg vorteilhaft sein. Hinweise auf den Rohstoffbezug geben beispielsweise FSC- oder PEFC-Zertifizierungen. Viele Karton-Varianten im Sortiment sind bei geeigneter Ausführung und korrekter Entsorgung gut im Altpapiersystem verwertbar. Eine mögliche Reduktion von Umweltauswirkungen ist vor allem dann erreichbar, wenn Materialeinsatz, Transport und Verwertung im konkreten Einsatzfall optimiert sind. Die Einordnung sollte daher immer produkt- und ausführungsspezifisch erfolgen.
Pflanzenstärke
Materialien auf Pflanzenstaerkebasis koennen unter geeigneten Bedingungen unter geeigneten Bedingungen biologisch abbaubar sein (z. B. je nach Norm und Kompostierungsumgebung). Die Verwertung ist von lokaler Infrastruktur und den Materialeigenschaften abhaengig.
Gras
Verpackungen aus Grasfasern werden als ergaenzende Materialoption diskutiert. Das Potenzial haengt unter anderem von regionaler Verfuegbarkeit, Aufbereitung, Transport und Verarbeitung ab. Im Vergleich zu holzbasierten Rohstoffen koennen je nach Anbau- und Lieferkette unterschiedliche Umweltwirkungen entstehen. Fuer eine belastbare Bewertung sind produktspezifische Daten zur Herstellung und Verwertung erforderlich.
Hanf
Hanf ist als Gesundheitsprodukt in aller Munde. Auch die Erforschung und Optimierung von Hanffasern als Verpackungsoption rückt vermehrt in den Fokus. Hanf kann je nach Anbaupraxis mit reduziertem Einsatz von Betriebsmitteln kultiviert werden; konkrete Umweltwirkungen hängen von Standort, Ertrag und Verarbeitung ab. Der Einsatz von Hanf als Rohstoff kann im Einzelfall Vorteile bieten. Wie sich die Gesamtwirkung darstellt, hängt maßgeblich von Anbau-, Transport- und Verarbeitungsbedingungen ab.
PET
Als Alternative zu Neuplastik kann PET mit Rezyklatanteil eine Option sein. PET-Material laesst sich aus aufbereiteten Kunststoffabfaellen und PET-Flaschen herstellen. Potenzielle Ressourceneffekte und Emissionsminderungen haengen vom Rezyklatanteil, dem Energieeinsatz, der Prozessfuehrung und dem gewaehlten Betrachtungsrahmen ab.
Zellglas
Zellglas kann je nach Zusammensetzung und Verwertungsweg abbaubare Eigenschaften aufweisen. Die tatsächliche Zersetzung hängt von den jeweiligen Entsorgungs- und Umgebungsbedingungen ab. Für eine geeignete Verwertung sind die produktspezifischen Entsorgungshinweise und lokalen Vorgaben maßgeblich.
Füllmaterial und Klebeband mit reduziertem Kunststoffanteil
Der Umweltschutz sollte nicht nur bei den Verpackungen selbst, sondern auch beim Füll- und Polstermaterial Priorität besitzen. Damit die Waren nicht verrutschen und sicher transportiert werden können, sind Kartonagen mit Polstermaterial zu versehen. Dabei sollte nach Alternativen zur Luftpolsterfolie gesucht werden. Ein wichtiger Aspekt sind auch mit klaren Umweltkriterien Klebebänder. Nur korrekt verschlossene Päckchen und Pakete sind auch auf längeren Versandwegen sicher verpackt.
Klebeband mit transparenten Material- und Entsorgungskriterien
Klaren Umweltkriterien bei Verpackungslösungen machen auch vor Klebeband nicht mehr halt. Es gibt bereits einige vielversprechende Alternativen. Die Nachhaltigkeit von Klebeband lässt sich an folgenden Kriterien bemessen:
- Eigenschaften des Materials
- biologische Abbaubarkeit
- Kompostierbarkeit
- Ökobilanz
Polypropylen (PP)
PP-Klebeband kommt typischerweise ohne zugesetzte Weichmacher aus. Mit PP-Rezyklatanteil lässt sich der Einsatz von Neuware oft reduzieren – die Entsorgung richtet sich nach den lokalen Vorgaben (Gelbe Tonne/Gelber Sack).
Polyacit Acid (PLA)
Polyacit Acid ist ein nachwachsender Rohstoff, der beispielsweise aus Maisstärke gewonnen werden kann. Der Stoff wird auch als Polymilchsäure bezeichnet und ist unter bestimmten Voraussetzungen unter geeigneten Bedingungen biologisch abbaubar. Der passende Entsorgungsweg richtet sich nach Materialausführung und regionalen Vorgaben des jeweiligen Sammel- und Verwertungssystems.
Papier
Papierklebeband kann je nach Klebstoff, Beschichtung und Verbund mit dem Karton im Papierrecycling mitgefuehrt werden. Ob eine Trennung noetig ist, richtet sich nach der konkreten Ausfuehrung und den lokalen Sortierregeln.
Latex
Klebeband aus Naturkautschuk kann je nach Zusammensetzung und Entsorgungsweg eine geeignete Alternative sein. Das Klebematerial besteht aus dem Milchsaft des Kautschukbaumes und entsteht unter Beimischung von Kunstharz. Klebebaender auf Naturkautschukbasis koennen je nach Zusammensetzung eine geeignete Option sein; Performance und Entsorgungsweg sollten produktspezifisch geprueft werden.
Plastikfreies Füllmaterial
Füllmaterial ist in beinahe jeder Verpackung enthalten. Dies ist notwendig, um deren Inhalt zusätzlich zu sichern. Paketinhalte dürfen nicht verrutschen. Dies gefährdet nicht nur das Produkt selbst, sondern auch die Stabilität der Umverpackung. So kann eine einseitige Gewichtsverteilung durch Verlagerung des Paketinhalts die Seiten und Kanten der Verpackung angreifen und schließlich dazu führen, dass die Kartonage instabil wird und einreißt. Um Pakete gut auszupolstern und die Hohlräume zu verschließen, haben sich verschiedene material- und einsatzbezogene Alternativen bewaehrt.
Holzwolle
Holzwolle ist eine naturbasierte Option; die Umweltwirkung hängt u. a. von Herkunft und Transport ab. Holzwolle besteht vollständig aus unbehandeltem Holz. Am häufigsten kommt Holzwolle in Flaschenkartons zum Einsatz. Das Material ist auch optisch ansprechend und kann damit eine hochwertige Verpackungslösung darstellen.
Maisstärke
Verpackungschips aus Maisstärke stehen Styropor in nichts nach. Die Chips behalten ihre Form und polstern den Paketinhalt zuverlässig aus. Verpackungschips aus Maisstaerke koennen je nach Materialstandard und Verwertungsumgebung biologisch abbaubare Eigenschaften aufweisen.
Wellpappe
Wellpappe lässt sich verwenden, um den Paketinhalt in der Verpackung zu fixieren. Auch als Trennmaterial in Form von Einlageböden ist Wellpappe eine Option. In unterschiedlichen Stärken erhältlich kann Wellpappe Paket und Inhalt optimal angepasst werden.
Hanfvlies
Hanfvlies kommt in Betracht, wenn nach Lösungen für Thermoverpackungen gesucht wird. Hanfvlies isoliert ähnlich wie EPS und ist für den mehrmaligen Gebrauch geeignet. Wie bereits erwähnt, ist Hanf als schnell wachsender Rohstoff, der ohne Dünger auskommt, eine vielversprechende Alternative.
Schrenzpapier
Anstatt Luftpolsterfolie kann auf Schrenzpapier zurückgegriffen werden. Das Material wird aus Altpapier gewonnen, kann den Paketinhalt zuverlässig schützen und zählt noch dazu zu den preisgünstigsten Lösungen für Füll- und Polstermaterial.
Zertifizierungen und Labels
Wer vergleichen möchte, sollte auf anerkannte Label mit transparenten Kriterien und klar definiertem Geltungsbereich achten. Verpackungen mit reduziertem Kunststoffanteil koennen je nach Produkt folgende Labels und Umweltzeichen enthalten.
Blauer Engel
Der Blaue Engel steht in Deutschland für Produkte, die festgelegte Kriterien innerhalb des jeweiligen Vergaberahmens erfüllen. Entsprechend gekennzeichnete Verpackungen müssen die Anforderungen der relevanten Vergabekriterien einhalten. Der Fokus kann je nach Produktgruppe unter anderem auf Recyclingmaterial, Ressourceneinsatz und weiteren Umweltaspekten liegen.
FSC
Das FSC-Label ist als Zertifizierungssystem international anerkannt und verweist auf definierte Anforderungen im jeweiligen Zertifizierungsumfang. Bei entsprechend gekennzeichneten Produkten ist der eingesetzte Holzfaseranteil im Rahmen der FSC-Nachweiskette dokumentiert.
PEFC
Auch dieses Label zertifiziert definierte Anforderungen an die Waldbewirtschaftung im jeweiligen Geltungsbereich. Welche Holzfasern erfasst sind, richtet sich nach den konkreten Zertifizierungs- und Nachweiskriterien des Produkts.
Made in Germany
Der Verweis auf das Herstellungsland informiert in erster Linie über den Produktionsort. Eine produktspezifische Umweltbewertung sollte zusätzlich auf klaren Kriterien, Daten und gegebenenfalls Zertifizierungen basieren.
Verpackungen mit weniger Kunststoff - Tipps fuer den Alltag
Jeder Einzelne kann tagtaeglich dazu beitragen, Kunststoff im Alltag zu reduzieren und Materialkreislaeufe zu entlasten. Einige konkrete Ratschlaege:
- To-Go-Produkte einsparen und frische Ware kaufen
- Mehrwegflaschen anstelle von Einwegflaschen nutzen
- Pfandgläser Plastikbechern und Tetrapaks vorziehen
- Mineralwasser in Glasflaschen anstatt in Plastikflaschen verwenden
- Lebensmittel an der Frischetheke kaufen und Plastikverpackung einsparen
Verpackungsoptionen mit reduziertem Kunststoffanteil bei Smileypack
Wir folgen dem Umweltgedanken und reduzieren in ausgewählten Sortimenten den Einsatz von Kunststoff. Einige Beispiele für Verpackungsoptionen mit reduziertem Kunststoffanteil aus dem Smileypack-Sortiment:
- Flaschenversandkartons
- Umzugskartons
- Maxibriefkartons
- Großbriefkartons
- Gefahrgutkartons
- Kartons aus Wellpappe
- Füllmaterial aus recyceltem Papier
- Verpackungs-Chips aus Erbsenstärke und Wasser
Quellen:
https://plastikfrei-verpacken.de/
https://www.enviropack.de/magazin/plastikfreie-verpackung/
https://www.packaging-warehouse.com/de/magazine/plastikfreie-verpackung-vision-oder-utopie-201.php


